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Kontrolldramen

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 Opfer-Täter aus der Sichtweise der Kontrolldramen von J. Redfield und C. Adrienne

 
 
Der Autor J. Redfield und die Autorin C. Adrienne beschreiben in ihrem Buch Die Erkenntnisse von Celestine die Rollen mit Kontrolldramen. Diese Art der Beschreibung ist sehr anschaulich und erweitert die Möglichkeit um eine Variante.

Ein Kontrolldrama ist der Prozess mit dem wir in Beziehungen zu anderen Menschen Energie an uns binden. Dies geschieht durch das Einsetzen von Mustern, die seit früher Kindheit zur Kontrolle unserer Umwelt eingesetzt haben.

Sie gehen von einem gleich beschreibbaren Entwicklungsverlauf wie die Transaktionsanalyse aus, die ein Kind veranlasst, sich an seine Umgebung anzupassen. Im Buch über Celestine wird die Anpassung so beschrieben, dass sie mit der Entwicklung eines Kontrolldramas geschieht. Die Kontrolle kann auf aggressivem und passivem Weg erfolgen.

Es werden vier Grundformen von KontrollDramen beschrieben. Jedes der vier Dramen schafft eine eigene Dynamik, jedes Drama braucht ein entsprechendes Gegenüber.

Der Einschüchterer

    Der Einschüchterer steht immer im Mittelpunkt. Durch Lautstärke, physische Kraft, Drohung, Zorn oder unvorhersehbare Temperamentsausbrüche bindet er Aufmerksamkeit an sich. Seine Gegenwart verängstigt oder beunruhigt, so das andere ihn mit ihrer Aufmerksamkeit verfolgen und ihm so viel Energie zukommen lassen. Das Verhalten ist herumkommandierend, autoritär, unflexibel, sarkastisch, körperliche Gewalt anwendend.
    Einschüchterer ziehen ihr Gegenüber durch eine Aura von Macht an. Die Dynamik ist aktiv. Sein ErgänzungsDrama ist meistens das Drama des ArmenIch, ein Drama von passiver Dynamik.
    Das Kontroll-Drama des aggressiven Einschüchterer ist aus dem ElternIchZustand entwickelt.

Der Vernehmungsbeamte

    Er bindet die Aufmerksamkeit durch ständiges Hinterfragen aller Aktivitäten des Gegenübers an sich. Es wird ständig nach Gelegenheiten gesucht, dem Gegenüber beweisen zu können, dass es im Unrecht ist. Durch sein Herumnörgeln kommt ihm viel Beachtung zu, denn irgendwann achtet das Gegenüber auf jede Bewegung von ihnen. Das Gegenüber lässt den Vernehmungsbeamten nicht mehr aus dem Auge, denn es entsteht ein Gefühl ständiger Überwachung. Auf diese Weise erhält der Vernehmungsbeamte unablässig Aufmerksamkeit.
    Das Verhalten ist überwachsam, zynisch, skeptisch, sarkastisch, stichelnd, perfektionistisch, selbstgerecht, bösartig manipulierend.
    Eltern mit diesem KontrollDrama haben Kinder, die das KontrollDrama Unnahbar oder ArmeIch entwickeln. Beide versuchen dem Bohren des Vernehmungsbeamten zu entkommen.
    Dieses Drama ist ebenfalls aus dem ElternIchZustand entwickelt.

Der Unnahbare

    Er ist gefangen in der inneren Welt der ungelösten Konflikte, Ängste und Selbstzweifel, ist distanziert, oftmals einsam. Die Befürchtung, einen fremden Willen aufgedrängt zu bekommen oder das seine Entscheidungen hinterfragt wird, ist groß.
    Unnahbare bitten nicht um Hilfe, weil sie meinen alles alleine erledigen zu müssen. Sie vermeiden es bindende Zugeständnisse zu machen. Sie empfinden sich oft als ArmeIch, dabei sehen sie nicht, dass der Grund ihrer unerfüllten Wünsche in ihrer Unnahbarkeit liegt. Ihre distanzierte Art, die ausweichenden Antworten und losen Zusagen, motiviert andere Menschen sie zu verfolgen, um sie zu verstehen. Durch dieses Bemühen des Gegenübers bekommen sie Aufmerksamkeit Energie.
    Das Verhalten ist desinteressiert, unzulänglich bis zu nicht hilfsbereit, herablassend, abweisend, widerspenstig und heimtückisch. Bei Konflikten und Konfrontationen wird der Unnahbare unverbindlich und verschwindet.
    Ihre Ergänzungs- Dramen sind Vernehmungsbeamte, aber auch Einschüchterer und ArmeIch.
    Es ist aus dem KindIchZustand entstanden.

ArmeIch oder Opfer

    Sie binden Energie durch das Erregen von Mitleid an sich. Das Verhalten ist lautes seufzen, zittern, weinen, In-die-Ferne-Schweifen, zögerliches antworten, Wiedererzählen wehmütig erinnerter Träume, anderen den Vortritt lassen.
    Sie zeigen Hilfsbedürfnis und Verletzlichkeit, sind aber nicht wirklich an der Lösung ihres Problems interessiert. Ihr Entgegenkommen kann übermäßig sein, die Hilfe wird ohne Grenzen geleistet. Das führt dazu, dass sie sich wieder ausgenutzt fühlen.
    Arme Ich bestärken ihre Opferrolle, indem sie Partner suchen, die sie bedrohen.
    Ein Einschüchterer als Partner kann das ArmeIch mit zunehmender Gewalttätigkeit körperlich, seelisch und geistig missbrauchen. Werden die Zustände schließlich untragbar, zieht der Einschüchterer sich vielleicht von selbst zurück oder entschuldigt sich sogar. Damit leitet er Energie an das Arme Ich und lockt es in einen neuen Zirkel.
    Das ArmeIch ist aus dem KindIchZustand entstanden.

Ein Betrachten des eigenen KontrollDramas lässt mehr Klarheit darüber entstehen, was in der Herkunftsfamilie geschehen ist.

Mögliche Wege aus einem ungewollten Täter-Opfer Kreislauf

Praxis Dipl.Psychologe Hans Jörgen Wevers


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