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DramaDreieck

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 Das Drama-Dreieck 
Täter/Verfolger- Opfer-Retter in der TA

 Mit Hilfe eines sogenannten Drama-Dreiecks zeigt die TA auf, dass ein und dieselbe Person in bestimmten Situationen sozialer Interaktionen die Positionen: Opfer - Täter - Retter wechseln kann.

Gewöhnlich nimmt jeder im Drama-Dreieck die Rolle des eigenen Grundmusters ein. Dann beginnt zwischen den Agierenden das Spielen eines psychologischen Spiels

Ein psychologisches Spiel ist ein Tun mit verdecktem Motiv. Das Motiv ist dem Bewussten nicht zugänglich und wird, ohne dass eine beteiligte Person ihre Verhaltensweise wechselt, nicht erkennbar. Jede beteiligte Person fühlt sich am Ende verwirrt und missverstanden. Es bleibt ein Gefühl, dass die oder der andere Schuld ist. Eine Wiederholung des Spiels ist davon abhängig, in welcher Position wir uns befinden. Es schälen sich dabei drei wesentliche Verhaltensformen heraus.

Die Verhaltensformen werden in der TA als IchZustand bezeichnet. Ein Ich-Zustand ist ein in sich geschlossenes Muster von Fühlen und Erleben und steht in direktem Zusammenhang mit einem in sich geschlossenen Verhaltensmuster.

Die drei Ich-Zustände sind: 

  • das Eltern-Ich, 
  • das Kind-Ich und 
  • das Erwachsenen-Ich.

 Eltern-Ich 

    Es besteht aus Verhaltensweisen und Wertvorstellungen, die von den Eltern und Bezugspersonen aus früher Kindheit beobachtet und übernommen wurden. Eine Kommunikation aus dieser Position heraus klingt selbstgerecht, kritisch, vorurteilsvoll, starrköpfig aber auch beschützend oder hilfsbereit. Aus dem ElternIch Zustand heraus braucht man das Gefühl in Kontrolle zu sein. Als Folge davon wird versucht, andere zu kontrollieren.

 Kind-Ich-Zustand 

    Es ist wie das ElternIch eine Einblendung aus der Vergangenheit. Das KindIch ist der vertrauteste Teil; er fühlt so, wie man als Säugling und Kleinkind gefühlt hat. Im KindIch Zustand wird ein Verhalten gezeigt, wie es in der eigenen Kindheit durchlebt wurde. Die Manipulationen dieses Stadiums rühren aus einem Empfinden der Schwäche, Schuld oder Verantwortungslosigkeit.
    Das Ich will das was es will sofort und geht davon aus, dass jemand anderes dieses Bedürfnis erfüllt und für das eigene Wohlergehen die Verantwortung übernimmt. Die Folge davon ist, andere für seine Situation verantwortlich machen

 Erwachsenen-Ich

    Es ist der Zustand, in dem ein Umgang mit den eigenen Gefühlen in angemessener Weise in der jeweiligen Situation erfolgt. Dabei werden alle Fähigkeiten genutzt, um die Informationen zu bekommen, die einen zu einer angemessenen Entscheidung kommen lassen. Man ist sich seiner Gefühle bewusst, steht mit ihnen in Verbindung und hält sich ganz im Hier und Jetzt auf. Es besteht eine Bereitschaft zu Risiko und ein Vertrauen auf das eigene Urteilsvermögen. Abweichende Meinungen anderer Personen können gehört werden, wirken aber nicht als bedrohlich.

Im Kontakt zu anderen Menschen sind die drei IchZustände immer aktiv. Hat die Kommunikationssituation etwas Verunsicherndes, stellt sich das Bedürfnis nach Kontrolle ein. Durch Manipulation wird versucht, die Aufmerksamkeit des Gegenübers auf sich zu lenken. Dadurch fühlt man sich wieder gestärkt, das Gegenüber jedoch geschwächt. Wehrt sich das Gegenüber gegen solches Vorgehen (Energieraub), kommt es zum Machtkampf. Die gespielten Rollen sind unecht, weil jede und jeder auf die Vergangenheit reagiert und alte skriptgebundene Strategien (die Grundeinstellung) einsetzt. Die Reaktion bezieht sich nicht auf das aktuelle echte Gefühl. Kommen wir zurück zum Opfer und Täter im Drama Dreieck der TA

Betrachten wir noch einmal die möglichen Entwicklungsmuster eines Kindes in einen Typ1 (Sklave)  oder Typ2 (Tyrann):

  Typ1 

    In der Transaktionsanalyse handelt er aus einem angepassten KindIchZustand heraus, der nachgebend, hilflos oder rebellierend und motzend sein kann. Ihre Suche nach Streicheleinheiten richten sie an Menschen, bei denen sie mächtige ElternIchZustände sehen. Von ihnen erhoffen sie sich eine Lösung und Rettung aus ihrer Angst und Konfliktscheu.
    Typ 1 beginnt aus dem KindIch, der unterlegenen Position, und wendet sich mit dem Bedürfnis nach positiven Streicheleinheiten an einen Retter oder Verfolger.
    Bekommt Typ 1 nicht genügend Streicheleinheiten, wechselt er seinen IchZustand und strebt damit das Spielende an. Nach diesem Wechsel kann Opfer1 selbst zum Verfolger werden. Aus einem Schuldgefühl heraus kann es auch zum Retter werden.
    Typ1 verlangt nach passiver Kontrolle.

Typ 2 

    Er handelt aus einem überlegenen ElternIchZustand, aus der Retter oder Verfolgerposition heraus. In der Verzweiflung kommt er zu dem Schluss, niemand kann Hilfe geben. Die einzige Chance zu überleben wird darin gesehen, dem Gegenüber die eigene Sicht der Dinge aufzuzwingen. Typ 2 handelt als sei er sicher, ist helfend oder kritisch-befehlend. 
    Ein Gegenüber wird in Personen gesucht, die sich aus einem angepassten KindIchZustand anbieten. Diese geben ihnen Anerkennung und Bestätigung in ihrer Illusion des SicherSeins. Bekommen sie als Rettende keine Dankbarkeit, werden sie zu Verfolgenden. Am Ende sind sie oft selbst die Opfer. Typ 2 verlangt nach aktiver Kontrolle.

Beide Typen ziehen sich an und geben sich so wechselseitig Streicheleinheiten. In der Regel bleiben die Ausbeutungsreaktionen in einem erträglichen Rahmen. Chronische und weitreichende Ausbeutungsreaktionen treten dann auf, wenn der Mensch unfähig ist, mit den zugrundeliegenden Gefühlen umzugehen und sein Selbstwertgefühl schwach ist. Diese Menschen sind besonders auf Streicheleinheiten angewiesen.

 Mit Hilfe der Grundeinstellung schützt sich der Mensch vor der Verzweiflung, die sich je nach Typ als Hoffnungslosigkeit (T1) und als mörderische Wut (T2) zeigen möchte.

Menschen, die ihre ursprünglichen Gefühle bewusst wahrnehmen und ausdrücken können, erleben genügend gute Transaktionen. Gestatten sie sich nicht alle ihre Gefühle wahrzunehmen, neigen sie dazu, sich möglichst oft Streicheleinheiten zu verschaffen, die ihnen helfen sich lebendig zu fühlen.

Sie sind zu Ausbeutern geworden, die manipulierte Streicheleinheiten suchen, um ihre reduzierte Gefühlswelt abzustützen.

Die Beschäftigung der Ausbeuter mit ihren Ersatzgefühlen weckt die Sehnsucht nach einem lebendigen Menschen, der gut ist. Er sucht sich aber unglücklicherweise nur solche Streicheleinheiten, die die Ersatzgefühle bestärken. Er hält Abstand zur sozialen Umwelt, weil er damit beschäftigt ist, die auf Ersatzgefühle ausgerichtete innere Welt in Ordnung zu halten und die darunter liegenden Gefühle nicht ins Bewusstsein dringen zu lassen. Andererseits sucht er immer Partner, die die Ersatzgefühle mit Streicheleinheiten belohnen.

Die Beschreibung der Begriffe und die Reaktionen der einzelnen Typen auf die Umwelt, machen deutlich, wie schnell jemand von einem Lager ins andere wechseln kann und wechselt. Auf jeden Fall sind beide auf ein Gegenüber angewiesen.

Opfer-Täter aus der Sichtweise der Kontrolldramen von J. Redfield und C. Adrienne

Praxis Dipl.Psychologe Hans Jörgen Wevers


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